Das Coming-Out bzw. Outing beschreibt den Prozess der Bewusstwerdung und Offenbarung der eigenen sexuellen und/oder romantischen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität. Dabei wird zwischen innerem und äußerem Coming-Out unterschieden. Beim inneren Coming-Out wird sich eine Person selbst darüber bewusst, dass ihre sexuelle und/oder romantische Orientierung und/oder ihre geschlechtliche Identität von der gesellschaftlichen Norm von cisgeschlechtlich und/oder hetero- bzw. allosexuell/-romantisch abweicht. Dieser Prozess kann unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen und in jedem Alter einsetzen, wobei ein Großteil queerer Menschen im Alter von bis zu 18 Jahren innere Coming-Out-Prozesse durchleben.
Dem inneren Coming-Out folgt häufig das äußere Coming-Out. Dabei teilt die Person ihre sexuelle und/oder romantische Orientierung und/oder geschlechtliche Identität ihrem Umfeld mit. Für viele Jugendliche liegt der Grund für das äußere Coming-Out in dem Wunsch, die eigenen Gefühle zeigen oder mitteilen zu wollen und sich nicht länger verstecken oder verstellen zu müssen. Zugleich wird dieser Schritt von vielen queeren Menschen als schwierig empfunden, da die Reaktion des Umfeldes schwer einzuschätzen sein kann.
Ein Fremd-Outing bezeichnet das unfreiwillige Offenbaren der eigenen sexuellen und/oder romantischen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität durch eine andere Person. Oftmals ist dies mit der Absicht verbunden, der geouteten Person zu schaden.
Ein Coming-Out einer queeren Person ist ein großer Vertrauensbeweis. Informationen im Zusammenhang mit einem Coming-Out sind stets vertraulich zu behandeln, siehe Fremd-Outing. So muss beispielsweise immer zuerst die Zustimmung der Person eingeholt werden, bevor ein Gespräch mit Dritten (z. B. Eltern, Lehrkräfte oder anderes schulisches Personal) stattfindet.
Ein Coming-Out ist ein individueller Prozess, der sehr unterschiedlich verlaufen und unterschiedliche Schritte in unterschiedlicher Geschwindigkeit beinhalten kann.
Auf die Bedürfnisse des Kindes oder des Jugendlichen einzugehen und die einzelnen Schritte (die vielleicht auch Suchbewegungen enthalten) respektvoll zu begleiten, kann die Person stärken und so einen wichtigen Beitrag zu einer queersensiblen Schulgemeinschaft leisten.