Misogynie

Misogynie bezeichnet eine tief verwurzelte Abneigung, Feindseligkeit oder Diskriminierung gegenüber Weiblichkeit. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab, wobei ‘misos’ für ‘Hass’ und ‘gynē’ für ‘Frau’ steht. Misogynie äußert sich in negativen Stereotypen und Vorurteilen und manifestiert sich in sozialen, politischen und wirtschaftlichen Diskriminierungen.

Dies kann alle Menschen betreffen, deren Geschlechtsausdruck als weiblich interpretiert wird. Dabei gibt es verschiedene Intersektionen von Misogynie mit anderen Diskriminierungsformen, beispielsweise Trans*misogynie. Gleichzeitig kann Misogynie auch Grundlage für die Diskriminierung schwuler Männer sein, da ihre Anziehung zu anderen Männern, aber oft auch anderes Verhalten als ‚zu weiblich‘ wahrgenommen wird.

Schule ist ein zentraler Ort, an dem gesellschaftliche Macht- und Diskriminierungsverhältnisse sichtbar werden und sich reproduzieren können. Misogynie zeigt sich hier zum Beispiel in der Abwertung bestimmter Fächer oder Interessen als ‘typisch weiblich’, in sexistischen Sprüchen auf dem Schulhof oder in ungleichen Erwartungen an Schüler*innen je nach Geschlechtsausdruck. Auch in Lehrwerken, Sprache und Rollenbildern können subtile Formen von Frauenfeindlichkeit fortbestehen. Besonders betroffen sind Schüler*innen, die nicht in stereotype Geschlechterrollen passen oder mehrfach diskriminiert werden, etwa durch Trans*misogynie und/oder Rassismus. Aufgabe von Schule ist es daher, Misogynie zu erkennen, kritisch zu reflektieren und aktiv gegen diskriminierende Strukturen vorzugehen – sowohl im Unterricht als auch im pädagogischen Alltag.