In vielen Schulen herrscht eine binäre Toilettensituation (Mädchen- und Jungentoiletten) vor. Dadurch sind trans*, inter* und nicht-binäre Schüler*innen gezwungen, eine der beiden geschlechtsspezifischen Toiletten auszuwählen, obwohl dies mitunter nicht ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Dysphorie, Unwohlsein, Stressempfinden oder auch verbale oder sogar körperliche Übergriffe in Toilettenräumen sind für diese Personen oft Alltagserfahrungen. So kommt es dazu, dass Schüler*innen möglichst lange vermeiden, die Toilette aufzusuchen, indem sie möglichst wenig trinken und essen oder lange einhalten. Die Folge können Konzentrationsschwäche, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und schwerwiegende körperliche Schäden sein.
Die ‘Toiletten für alle’ (auch Unisex-Toiletten oder All-Gender-Toiletten) sind als eine Erweiterung der zweigeteilten Toilettensituation (Mädchen- und Jungentoiletten) zu verstehen. Die ‘Toiletten für alle’ dürfen ausdrücklich von allen Lernenden der Schule genutzt werden, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität. Ebenso dürfen selbstverständlich trans*, inter* und nicht binäre Schüler*innen weiterhin die geschlechtsgetrennten Toiletten in der Schule benutzen. Somit erhöht sich die Chance für alle Lernenden, Toilettenräume zur Verfügung zu haben, die sie diskriminierungsfrei benutzen können.
Bei Neubauten besteht die Möglichkeit, Toiletten direkt so zu planen, dass baulich abgeschlossene Räume entstehen, die ausdrücklich von Personen aller Geschlechter genutzt werden können. In Bestandsbauten können ergänzende Angebote geschaffen werden. Bauliche Veränderungen liegen in der Verantwortung des Schulträgers.